Freitag, 14. April 2017

Frühlingsstimmen

Jeder Walzer von Strauß sei ihm lieber als eine Oper von Wagner, soll Brahms gesagt haben. Ich nehme an, das liegt nicht nur, vielleicht nicht einmal hauptsächlich, in musikalischen Geschmacksunterschieden begründet, sondern auch und vor allem in derArt und Weise, wie Richard Wagner sich wieder und wieder abfällig über Künstlerkollegen und besonders Brahms äußerte, den er als "Bänkelsänger" bezeichnete.
Brahms hatte ein aufrichtiges Interesse an Wagners Musik, fuhr zu mehreren Aufführungen nach Bayreuth, empfahl Wagner sogar an Dirigenten weiter und wenn er Kritik an Wagners Stücken übte, so im engen privaten Rahmen. Als die Situation zwischen Wagnerianern und Brahmsianern - ja, das erscheint fast wie ein gepflegter High Class Bandenkrieg - jedoch zunehmend persönlich wurde, rief Brahms einmal entnervt, was Wagner denn nur wolle, er würde diesem ja nicht einmal in die Quere kommen, da er selbst keine Opern schriebe.

Ich muß zugeben, meine Privatmeinung über Wagner ist schlecht, seit ich in der 11. Klasse mal ein Referat über ihn halten mußte und bei jeder Seite, die ich über sein Leben las, dachte: 'Boah, was für ein Widerling!' Nichtsdestotrotz gehört der Tristan zum Großartigsten, das die Musikgeschichte zu bieten hat; ich liebe diese Oper. 

Trotzdem... Hier ist ein Walzer von Strauß. 😊 Einfach, weil ich den am Mittwoch korrepetieren dürfte für die großartige  Martina Nawrath



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