Samstag, 29. April 2017

Konzerttipp: Symphonische Walpurgisnacht

Wer an diesem Wochenende gerne klassisch musikalisch unterhalten werden möchte, dem empfehle ich, morgen oder übermorgen eines der beiden Konzerte der SingAkademie Niedersachsen zu besuchen.
Morgen, am Sonntag, ist das Konzert um 20 Uhr in der Kaiserpfalz in Goslar.
Montag 18 Uhr in Mandelsloh in der St Osdag Kirche.

Es singt die SAN, begleitet vom Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen, einen Frühlingsgruß von Niels Gade und - hier der besondere Grund für meine Empfehlung - 8 Liebesliederwalzer von Brahms. Darüberhinaus gibt es Hörenswertes von Mozart, Johann Strauss und Rautavaara.

Freitag, 14. April 2017

Frühlingsstimmen

Jeder Walzer von Strauß sei ihm lieber als eine Oper von Wagner, soll Brahms gesagt haben. Ich nehme an, das liegt nicht nur, vielleicht nicht einmal hauptsächlich, in musikalischen Geschmacksunterschieden begründet, sondern auch und vor allem in derArt und Weise, wie Richard Wagner sich wieder und wieder abfällig über Künstlerkollegen und besonders Brahms äußerte, den er als "Bänkelsänger" bezeichnete.
Brahms hatte ein aufrichtiges Interesse an Wagners Musik, fuhr zu mehreren Aufführungen nach Bayreuth, empfahl Wagner sogar an Dirigenten weiter und wenn er Kritik an Wagners Stücken übte, so im engen privaten Rahmen. Als die Situation zwischen Wagnerianern und Brahmsianern - ja, das erscheint fast wie ein gepflegter High Class Bandenkrieg - jedoch zunehmend persönlich wurde, rief Brahms einmal entnervt, was Wagner denn nur wolle, er würde diesem ja nicht einmal in die Quere kommen, da er selbst keine Opern schriebe.

Ich muß zugeben, meine Privatmeinung über Wagner ist schlecht, seit ich in der 11. Klasse mal ein Referat über ihn halten mußte und bei jeder Seite, die ich über sein Leben las, dachte: 'Boah, was für ein Widerling!' Nichtsdestotrotz gehört der Tristan zum Großartigsten, das die Musikgeschichte zu bieten hat; ich liebe diese Oper. 

Trotzdem... Hier ist ein Walzer von Strauß. 😊 Einfach, weil ich den am Mittwoch korrepetieren dürfte für die großartige  Martina Nawrath



Montag, 3. April 2017

Neu hier: mein Brahms

Es ist der dritte April 1897, heute vor 120 Jahren. Um 8.30 am Morgen stirbt Johannes Brahms, relativ friedlich einschlafend, in seiner Wohnung in Wien. "Der Wein ist gut", sollen seine letzten Worte gewesen sein, denn alte Freunde von ihm, die Familie Deichmann, hatten ihm, dem schwer an Leberkrebs erkrankten, der seine Krankheit nie wahrhaben wollte ("Ich werde nicht gern an den Körper erinnert und wäre vielleicht gar schließlich vor lauter Verdrießlichkeit in Ischl sitzen geblieben" schrieb er nach einer verordneten Kur), einen Rheinwein geschickt.

Dvorak, Simrock, Mandyczewski und andere Zeitgenossen trugen die Trauerfackeln beim Begräbnis, ganz wie bei Beethoven gab es keine Familie hinter dem Sarg, wohl aber einen langen Zug von guten Freunden, Schülern, Kollegen und Bewunderern.
Aus Cambridge, Paris und etlichen anderen Städten erscheinen Vertreter, um Brahms' Beisetzung beizuwohnen. In seiner Heimatstadt Hamburg werden zur Stunde der Beerdigung auf allen Schiffen die Flaggen auf Halbmast gesenkt.

Monate vorher schrieb er sein letztes Werk, die elf Choralvorspiele für Orgel. Damit sind die letzten Noten aus seiner Hand die Fantasie über den Choral "O Welt, ich muß dich lassen". Ob das Absicht war?

Wer mich kennt, weiß, daß Brahms für mich jemand ganz besonderes ist. Darum möchte ich seinen heutigen Todestag zum Anlass nehmen, meinem Blog ein neues Feature hinzuzufügen: ab sofort gibt es hier Mein Brahms, einmal pro Woche. Das ist entweder ein Zitat von oder über ihn, ein Musikbeispiel oder eine kleine Geschichte.